Seeschneid – Eigentlich war alles gerichtet. Nach den Einzeln führten die Seeschneider/Glonner Tennisherren 55 gegen den TC Kaufbeuren-Kronenberg mit 4:2 Zählern und mussten nur noch eines der drei Doppel für eine geglückte Landesliga-Premiere gewinnen. Trotz Heimvorteils im Rücken, gelang dies aber der Mannschaft um Kapitän Walter Warta nicht. Die Gäste aus dem Allgäu erwiesen sich als zu doppelstark und entführten mit 5:4 die Punkte aus Seeschneid.

„Du kalkulierst bei einer 4:2-Führung schon einen Sieg ein“, gestand Warta hinterher geknickt. Die Doppel würden sich leichter aufstellen und variieren lassen, „man braucht ja nur einen Punkt, und wir hatten eigentlich das Dreier-Doppel stark gemacht.“ Doch das Duo Manfred Blieninger/Ulli Gartner erwischte zwei Spezialisten, die sie in einen Krimi trieben. Nach einem 6:4-Satzgewinn, gaben die Seeschneider „55er“ den zweiten jedoch mit 6:7 ab und mussten sich auch im dritten, der im Champions-Tiebreak gespielt wird, unglücklich mit 8:10 beugen.

Weil davor auch Werner Blieninger/Martin Obermüller (6:7, 1:6) und Warta/Johann Perstorfer (2:6, 0:6) verloren hatten, durften die Kaufbeurer Gäste den Gesamtsieg bejubeln. „Wir waren wirklich nicht schlecht, aber sie waren einfach in allen drei Doppeln stärker. Das muss man halt akzeptieren“, meinte Warta. „Im Vorjahr hatten wir bei zwei Spielen das nötige Quäntchen Glück und diesmal halt Pech.“ Zumal es hinterher beim gemeinsamen Grillen im TCS-Vereinsheim durchaus gesellig zuging. Der Ärger über die Niederlage war da (fast) schon wieder vergessen.

Denn die Seeschneider Oldies, die in Spielgemeinschaft mit dem ASV Glonn erstmals überhaupt in der Landesliga aufschlagen, verkauften sich gegen den Mitaufsteiger keineswegs schlecht. Im Einzel punkteten Manfred Blieninger (7:5, 6:1) und Perstorfer (6:0, 7:5) in zwei Sätzen sowie Martin Obermüller in einem „Match auf des Messers Schneide“ (4:6, 6:3, 12:10). Werner Blieninger, der laut Warta das „herausragende Einzel“ ablieferte, hatte, obwohl körperlich angeschlagen, seinem Kaufbeurer Kontrahenten „mit letzter Kraft den Zahn gezogen“ (6:4, 6:4).

Nach vier Einzeln war man wetterbedingt für die letzten beiden in die benachbarte Halle gewechselt und hatte dort den Premierenspieltag aus Sicht der Seeschneider unglücklich zu Ende gebracht. Warta: „Tennis ist schon ein bisschen verrückt, aber so ist das Sportlerleben.“