ASV schafft das vor Wochen für unmöglich Gehaltene – Rettung im Elfmeterschießen gegen Kirchheim II
Glonn – Es ist vollbracht: Der ASV Glonn hat sich in der Relegationspartie gegen den Kirchheimer SC II mit einem 5:4-Sieg nach Elfmeterschießen ein weiteres Jahr in der Kreisklasse gesichert. Die Gäste verpassten indes den angestrebten Wiederaufstieg aus der A-Klasse.

Klärung per Luftakrobatik: Glonns Jacob König (weiß) bereinigte die Situation gegen Kirchheims Angreifer. © SRO
„Irgendwie war es ein Abbild der ganzen Saison“, schnaufte Glonns Retter, Trainer Alexander Niedermayer, bei der Nachbetrachtung tief durch. Der ASV kam ganz schwer in die Gänge und in die Partie, rettete sich mit dem Ausgleichstreffer in der 89. Minute in die Verlängerung und besaß bei der Elfmeterentscheidung einfach das notwendige Quäntchen Glück.
Viel mehr Drama war kaum möglich, auch angesichts von völlig spielbestimmenden Kirchheimern in der ersten Hälfte. „Der KSC II war zunächst deutlich besser, sie haben uns richtig überrannt“, vernahm Niedermayer schon einmal den Geruch der A-Klasse. Nach einem langen Ball vollstreckte Alexander Fürthmeier gekonnt zum 0:1 (27.).
Doch der ASV blieb trotz der Unterlegenheit und des knappen Rückstandes im Spiel und wendete nach einer Stunde das Geschehen. Das nun laut Niedermayer spürbare Knistern unter etwa 400 Zusehern übertrug sich auf die Glonner Akteure. Mehrfach lag der Ausgleich bei einer Kopfballchance von Luis Riedhofer und zwei Möglichkeiten von Routinier Martin Huber in der Luft.
Doch die Rettung erfolgte dann durch einen eigentlich nicht einsatzfähigen Ersatzspieler. „Ich weiß nicht, wie er den Ball ‘reingebracht hat“, staunte und jubelte der Glonner Trainer über den Ausgleich. Martin Sellmer traf nach einem Freistoß aus dem Halbfeld von Jakob Stefer zum 1:1 (89.).
In der Verlängerung verpasste der ASV trotz nun deutlicher Überlegenheit die Entscheidung. Der souveräne Schiedsrichter Joachim Bartl (ESV München-Ost) schickte die beiden Teams mit dem Abpfiff nach 120 Minuten in die Elfmeterlotterie. Und während auf KSC-Seite mit Toni Rudolph und Maximilian Baitz zwei Schützen vergaben, leistete sich der ASV Glonn eben nur einen einzigen Fehlschuss durch Lorenz Kintzel.
Und wo auf der einen Seite glückliche Gewinner strahlten, mussten sich zwangsläufig auch Verlierer grämen: „Bis zur 60. Minute hatten wir alles im Griff. Und dann fehlen uns zwei Minuten zum Aufstieg. Im Moment ist es grad ein bissl schwierig, aber nächstes Jahr greifen wir wieder an“, verkündete Kirchheims Trainer Stephan Hiller nach der bitteren 4:5-Niederlage.

Voll bepacktes Haus: Gut 400 Zuschauer verfolgten den Krimi an der Wiesmühlstraße, auf und auch unterm Dach. © SRO
Das Schlusswort des Relegationsdramas gebührte aber dem entscheidenden Elfmeterschützen Martin Huber. Die letzte Ballberührung für die Erste des ASV Glonn bedeutete für den seit 17 Jahren im blauen Trikot kämpfenden Dauerbrenner auch zugleich die finale Aktion. Der 36-Jährige beendet seine Karriere – nach mehrfacher Ankündigung in den vergangenen Jahren – nun endgültig: „Hut ab vor der Mannschaft mit dieser Mentalität. Vor sechs Wochen waren wir tot, jetzt haben wir es mit ,Xander‘ gerissen“, jubelte „Matschge“ Huber: „Es war eine richtig geile Leistung.“ Seinen Abschied und den Klassenerhalt zelebrierten beide Glonner Teams standesgemäß im eigenen Sportheim bis zum Morgengrauen.C. SCHARL
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